Ettaler Klosterbetriebe

Von Anfang an waren die Benediktinerklöster nicht nur reine Gebetsstätten. Das Gebet und der Gottesdienst sind sicherlich die grundlegendsten Aufgaben eines Mönches. Um ein Kloster "am Leben" zu erhalten, braucht es doch mehr. Der Heilige Benedikt schrieb bereits vor über 1.400 Jahren Regelungen zum weltlichen Bereich der bestehenden und zukünftigen Klöster:

Müßiggang ist der Seele Feind. Deshalb sollen die Brüder zu bestimmten Zeiten mit Handarbeit, zu bestimmten Stunden mit heiliger Lesung beschäftigt sein. ... Sie sind dann wirklich Mönche, wenn sie wie unsere Väter und die Apostel von ihrer Hände Arbeit leben. 

(Regula Benedikti, Kapitel 48)

Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgeübt werden können. 

(Regula Benedikti, Kapitel 66)

Als die Benediktiner Abtei Ettal im Jahr 1330 von Kaiser Ludwig IV. gegründet wurde, begannen die angesiedelten Mönche, den Wald zu roden, Sümpfe trocken zu legen, das Land urbar zu machen und mit einer Landwirtschaft zu beginnen. Noch heute gehören Landwirtschaft und Wald zum Kloster und sind somit die ältesten Betriebe.

Im Laufe der Geschichte änderten sich auch die angeschlossenen Bereiche. Manche wurden aufgegeben, andere neu gegründet. Gerade zur Neugestaltung der einstmals gotischen Anlage in die heutige barocke Form wurden u.a. eine Ziegelei, eine Glashütte, als auch ein Sägewerk gegründet, um die notwendigsten Materialien selbst herstellen zu können.

Nach der Aufhebung der Klöster während der sogenannten Säkularisation 1803 gingen alle Besitztümer in staatliche Hand über und wurden teils verkauft, teils zerstört. Im Jahr 1900 wurde das Kloster Ettal wieder gegründet und nach und nach einzelne Betriebe wieder aufgebaut und integriert.

Heute unterhält die Benediktiner Abtei Ettal als Hauptaufgabe ein humanistisches Gymnasium sowie ein Internat. Um diese defizitären Einrichtungen finanzieren zu können als auch die jährlich hohen Ausgaben an Unterhalt der gesamten Klosteranlage aufbringen zu können, sind gewerbliche Betriebe notwendig, die nach wirtschaftlichen Kriterien geführt werden müssen. Neben dem Klosterhotel "Ludwig der Bayer" sind dies vor allem die seit dem Jahr 1609 bestehende Klosterbrauerei als auch die Likörmanufaktur für die Herstellung der weltbekannten Klosterliqueure. Im Dezember 2014 konnten wir nach Renovierung einen neuen, attraktiven Klosterladen eröffnen.

Gärtnerei, Schreinerei u.a. tragen zum Erhalt der Klosteranlage bei durch Reparaturen, Neuanlagen, Pflege der Innen- und Außenanlagen.

Mit dem Kauf unserer im Kloster Ettal hergestellten Produkte tragen Sie somit zum Erhalt des Klosters samt ihren Einrichtungen und nicht zuletzt den Arbeitsplätzen unserer Mitarbeiter bei und unterstützen uns bei den caritativen sowie sozialen Projekten.

 

„Ora et labora et lege, Deus adest sine mora"
Bete und arbeite und lies, Gott ist da ohne Verzug!