Wärme aus Holz

Ettaler Holzhackschnitzel Kesselanlage

Die wohl älteste Form, aus nachwachsenden Stoffen, Energie zu gewinnen, stellt die Verbrennung von Holz dar. Entscheidend für die Energieausbeute ist der Wirkungsgrad. Er gibt an, wie viel Prozent der in einer Energiequelle enthaltenen Energie durch die Anlage genutzt werden können. Während bei einer einfachen offenen Feuerstelle ein Wirkungsgrad von höchstens 10 % erreicht wird, können durch eine moderne Holzhackschnitzel-Kesselanlage bis über 80 % der im Holz gespeicherten Energie als Wärme verwertet werden.

Brennstoff einer Hackschnitzel-Heizung sind Hackschnitzel bzw. Holzhackschnitzel, also zerkleinertes Holz. Hackschnitzel werden oft mit mobilen Hackern produziert. Diese Maschinen hacken minderwertiges Holz (z. B. aus einer Durchforstung, Äste oder Altholz (z. B. Bruchpaletten)), welches von der Industrie nicht mehr zu höherwertigen Produkten verarbeitet werden kann.

Hackschnitzelheizanlagen gelten als umweltneutral. Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, entspricht genau der Menge CO2, die beim Wachstum der Hölzer in diese eingebunden wurde. Bei Einberechnung der CO2-Freisetzung durch Waldbewirtschaftung, Rohholztransport, Aufbereitung usw. ("graue Energie") sind Hackschnitzel im Vergleich zu anderen Energieträgern deutlich weniger umweltschädlich als fossile Energieträger.

Holzhackschnitzel Erzeugung in Ettal

Holzhackschnitzel Erzeugung in Ettal

Die Holzhackschnitzel-Kesselanlage in der neuen Energiezentrale des Klosters Ettal hat eine Nennleistung von 850 Kilowatt (kW). Sie ist mit einer Unterschubfeuerung ausgestattet. Aus dem in unmittelbarer Nähe zur Kessel-Anlage liegenden Hackschnitzel-Silobunker wird das Brennmaterial zur Kesselanlage transportiert. Dabei ist der Silo-Bunker mit einem robusten Schubboden ausgestattet. Die Hydraulikzylinder bewegen die Hackschnitzel vom Silo-Bunker zum Förderschacht. Dort sorgen ebenfalls Hydraulikzylinder für den weiteren Transport der Hackschnitzel zur Feuermulde des Holzhackschnitzel-Kessels.

Die Anordnung der einzelnen Komponenten (Silo-Bunker; Hydraulikraum, Heizkessel) wurde bewusst so gewählt, dass keine Förderung der Hackschnitzel über Schneckenantrieb oder Steigschnecken nötig wird. Auf diese Weise können eventuell auftretende Störungen (z.B. durch Verkanten von größeren Holzteilen) vermieden werden.

Die Hackschnitzel werden mittels der hydraulischen Schubvorrichtung in den ausschamottierten Brennraum gefördert. Eine Rückbrandsicherung verhindert, dass das Feuer aus dem Brennraum in das Hackschnitzellager zurückbrennt. Die Brennstoffzufuhr erfolgt bedarfsgerecht.

In der über der Feuermulde liegenden Entgasungszone werden die Holzhackschnitzel unter dem Zustrom von Primärluft getrocknet und in ihre einzelnen gasförmigen Verbindungen aufgeteilt (Pyrolyse). Alle durch die Pyrolyse entstandenen brennbaren Gase werden anschließend mit zuströmender Sekundärluft vermischt und als Flamme bei bis zu 1.200 Grad im Kessel nachverbrannt. Die automatisch geregelte Luftzuführung ermöglicht einen gleich bleibend hohen Wirkungsgrad bei geringsten Emissionen Die entstehende Wärme wird über einen Pufferspeicher und Wärmetauscher auf das Heizungswasser übertragen.

Holzhackschnitzel Erzeugung in Ettal

Holzhackschnitzel Erzeugung in Ettal

Die Asche fällt in einen unter dem Heizkessel befindlichen Auffangcontainer. Die Holzhackschnitzel-Kesselanlage ist mit einer hochwertigen Abgasentstaubung ausgerüstet, der eine deutliche Unterschreitung der Grenzwerte ermöglicht, die in der Technischen Anleitung Luft (TA Luft) vorgegeben sind. Beide Aschefraktionen, also Kesselasche und Flugasche, werden in Containern staubdicht aufgenommen und gelagert. Die hauptsächlich anfallende Kesselasche kann als Mineraldünger in der Landwirtschaft verwendet werden. Da sie vor allem Kalium, aber auch Calcium und Spurenelemente entfällt, ist sie zur Pflanzendüngung gut geeignet. Die Flugasche, die im Vergleich zur Kesselasche ein deutlich geringeres Volumen hat, wird aufgrund möglicher Schadstoffe auf der Deponie entsorgt.

Für die Holzhackschnitzel-Kesselanlage werden ausschließlich eigens aufbereitetes Schwachholz aus der regionalen Land- und Forstwirtschaft, naturbelassenes Restholz aus der Holzindustrie sowie Landschaftspflegematerial eingesetzt. Um die regionale Wald- und Forstwirtschaft zu stärken, werden die Hackschnitzel aus der Region bezogen. Derzeit beliefert das Kloster die ARGE Isar Loisach. Ein kleiner Teil des Holzbrennstoffes kommt auch aus der eigenen klösterlichen Forstwirtschaft.

Der Silo-Lagerbunker hat eine Nutzkapazität von ca. 375 Kubikmeter. Dieser Vorrat reicht bei Volllastbetrieb zur Feuerung etwa eine Woche. In den Sommermonaten und in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst reicht dieser Vorrat natürlich entsprechend länger.
Der Silo-Bunker ist mit einem hydraulisch anhebbaren Deckel für die Befüllung ausgestattet und somit wettergeschützt.
Der jährliche Holzbedarf beträgt in etwa 1.700 Tonnen Hackschnitzel.
Durch die Verbrennung der Hackschnitzel können jährlich somit ca. 1.400 Tonnen schädliches Kohlendioxid vermieden werden.

Stand: 16. 04. 2008

Holzhackschnitzel Ofen

Holzhackschnitzel Ofen